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08.11.2005    Hospiz & Palliative Care Newsmeldung versenden Drucken

Bessere Versorgung schwerstkranker Menschen. Geplante Palliative Care Teams müssen interdisziplinär sein.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt will die Palliativversorgung in Deutschland verbessern, um den verstärkten Forderungen nach einer Legalisierung der aktiven Sterbehilfe entgegenzuwirken. Hierzu sollen in dieser Legislaturperiode rund 250 Milli…

Mainz - Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt will die Palliativversorgung in Deutschland verbessern, um den verstärkten Forderungen nach einer Legalisierung der aktiven Sterbehilfe entgegenzuwirken. Hierzu sollen in dieser Legislaturperiode rund 250 Millionen Euro investiert werden, insbesondere um Palliative Care Teams aus spezialisierten Ärzten, Pflegekräften und anderen Berufsgruppen einzuführen.

Die Deutsche Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen begrüßt dieses Vorhaben der Bundesministerin und kann diesen Bedarf an spezialisierter Versorgung aus den Erfahrungswerten der Sozialarbeit in den verschiedenen Arbeitsfeldern im Gesundheitswesen bestätigen. Gleichzeitig sollte bei der Schaffung neuer Angebote auch auf eine ganzheitliche und umfassende Versorgung entsprechend den Bedürfnissen der betroffenen Menschen geachtet werden. Neben den medizinischen und pflegerischen sind daher insbesondere auch psychosoziale Leistungen notwendig, die sich auch auf das Umfeld der Patienten beziehen müssen.

In einem Interview in der Neuen Osnabrücker Zeitung führte die Bundesministerin aus, dass es allen Menschen ermöglicht werden müsse, ohne unnötige Leiden in Würde zu Hause bis zum Tod betreut zu werden. Die heute schon bestehenden Hospize und Palliativstationen der Krankenhäuser seien bei weitem nicht ausreichend. Vor allem die Möglichkeiten der ambulanten Betreuung sind unzureichend. Die große Mehrheit der schwerstkranken und pflegebedürftigen möchte in der häuslichen Umgebung betreut und versorgt werden. Dieser Wunsch wäre ohne engagierte Angehörige nicht zu erfüllen, die bereits heute ein wesentlicher und unverzichtbarer Bestandteil der ambulanten Versorgung sind. Notwendig sind professionelle Beratung und Begleitung der betroffenen Menschen, ihrer Angehörigen und engen Bezugspersonen.

Der 1. DVSG-Vorsitzende Ulrich Kurlemann betont: „Sozialarbeit im Gesundheitswesen besitzt das Wissen und die Kompetenz, Patienten und ihre Angehörigen zu begleiten und zu beraten, bei Problemen, die ihnen durch Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Behinderung entstanden sind. Unser Ziel ist es, die Betroffenen bei der Verarbeitung ihrer Erkrankung und deren Folgen zu unterstützen. Gemeinsam werden für die persönliche Situation angemessene Hilfen entwickelt.

Die Umsetzung einer patientenorientierten Sichtweise im Gesundheitswesen ist ohne Klinische Sozialarbeit nicht möglich. Gerade schwerstkranke und chronisch kranke Menschen ohne Aussicht auf Heilung brauchen eine ganzheitliche Versorgung durch eine Zusammenarbeit aller beteiligten Berufsgruppen. Die von der Gesundheitsministerin geplanten Palliative Care Teams müssen interdisziplinär angelegt sein. Die DVSG bietet ihre Mitwirkung bei der Erarbeitung spezialisierter Konzepte an“. •



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