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06.09.2007    Altenpflege Newsmeldung versenden Drucken

Pflegebericht des MDS zeigt politischen Handlungsbedarf auf

Aus dem Bericht geht hervor, dass der weitaus größte Teil der Pflegebedürftigen gut versorgt wird und mit ihrer Pflege zufrieden sind. Die im Bericht dargestellten Mängel sind als Aufforderung zu weiteren Qualitätsanstrengungen der Leistungserbringer zu i

Berlin - Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK) begrüßt die positiven Trends im heute in Berlin vorgestellten, zweiten Berichts des MDS zur Qualität in der ambulanten und stationären Pflege. Aus dem Bericht geht hervor, dass der weitaus größte Teil der Pflegebedürftigen gut versorgt wird und mit ihrer Pflege zufrieden sind. Die im Bericht dargestellten Mängel sind als Aufforderung zu weiteren Qualitätsanstrengungen der Leistungserbringer zu interpretieren. Allerdings müssen auch Politik und Kassen dafür sorgen, dass entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden. Der zweite Bericht des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen e.V. (MDS) analysiert die Qualität ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungen auf der Basis von bundesweit vorgenommenen Prüfungen. Für den zweiten Bericht wurden 18,5 Prozent aller Einrichtungen überprüft.

„Der Bericht zeigt eindeutig Verbesserungen zum ersten Bericht auf, sowohl bei formalen Aspekten wie Fortbildungsplänen als auch bei der direkten Versorgung der Pflegebedürftigen,“ so Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des DBfK. „Das ist ermutigend für alle Pflegekräfte in Deutschland, denn es zeigt, dass bei guter Ausbildung, ausreichender Ausstattung und der richtigen Fachkraftquote hochwertige Pflege trotz schwieriger Grundbedingungen möglich ist.“ Dennoch zeige der Bericht auch Pflegemißstände, die Handlungsbedarf nach sich zögen, so Wagner weiter. Zur Behebung der im Bericht aufgezeigten Defizite sind nach Meinung des Verbands verbesserte, gesundheitspolitische Rahmenbedingungen zum Wohle von Patienten erforderlich.

Kritik äußerte der Spitzenverband daher an der Bundesregierung, von der eine umfassende Pflegereform verlangt wird, sowie an den Kassen als Kostenträger. Der DBfK fordert von der Politik insbesondere einen Fachkräfteschlüssel in Pflege- und Altersheimen, der auf einem analytischem Personalbemessungsverfahren basiert. Hindernisse bei der Beantragung von Hilfsmitteln, insbesondere zur Dekubitusvorsorge und Inkontinenzversorgung, sind zu beseitigen. Des Weiteren wird vom Verband die sofortige Kostenübernahme für vorbeugende Pflegeleistungen in der ambulanten Pflege gefordert.

Den Forderungen des MDS, der die Pflegeeinrichtungen ermutigen soll, es den für gut befundenen Einrichtungen gleichzutun und ihre Strukturen sowie Prozesse zu optimieren, schließt sich der DBfK an. Wie der MDS, fordert der DBfK mehr Transparenz bzgl. der Qualität. „Informationen dazu müssen allerdings so präsentiert werden, dass sie für Angehörige von Pflegebedürftigen eine wirkliche Entscheidungshilfe sind – das ist bei den derzeitigen Daten des MDS nicht der Fall.“ •



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